Hollmann Beletage
In der Hollmann Beletage kann es tatsächlich passieren, dass man nachts in Versuchung kommt, noch einmal hinauszuschleichen, im Schlafanzug ins Wohnzimmer zu tapsen und nachzusehen, ob vielleicht eine CD mit der "Zauberflöte" im Regal steht oder ein schöner Krimi. Wagen könnte man es. Kein livrierter Nachtportier wird dort mit hochgezogenen Brauen die Leute mustern, denn es gibt gar keinen Nachtportier. Und die anderen Gäste? Die sitzen womöglich selbst gerade in Pantoffeln im schokobraunen Sofa vor dem Kamin und genießen einen Single Malt Whisky, den sie sich an der kleinen Bar auf dem Bücherregal selbst eingeschenkt haben.
Nicht, dass das jemand falsch versteht: Die Hollmann Beletage ist keine drittklassige Zimmervermietung, in der man mit dem Waschbeutel unterm Arm über die Flure schlurft. Nein, hinter der Gründerzeitfassade des noblen Hauses in der inneren Stadt verbirgt sich etwas ganz anderes. Etwas, was der Besitzer "kleine Heimat in der großen Fremde" nennt: ein Heim, das aus 16 Schlafzimmern mit Bad, einem Wohnzimmer, einem Esszimmer und einem kleinem, sehr feinen Spa besteht; das viele Möglichkeiten bietet und doch (fast) ohne Personal auskommt, ganz wie es jeder von zu Hause kennt. Der Empfang ist nur bis 17 Uhr besetzt, dafür bekommt jeder Gast eine Magnetchipkarte am hübschen, orangefarbenen Schlüsselband.
In dem in warmen Braun- und Rottönen eingerichteten Wohnzimmer erwarten den Gast ein offener Kamin, ein Piano und ein Teewagen. Die Schlafzimmer haben viel Platz bei 20 bis 35 Quadratmetern. Die Zimmer sind mit Designermöbeln eingerichtet. Hinter den Schiebetüren der langen Schrankfront liegen übrigens Bademantel und Pantoffel bereit – für Gäste, die abends gern mal im Nachthemd durchs Haus streifen.
